#231 Wie macht man aus der eigenen Stimme eine Bühne für viele, Yasmo?

Shownotes

Die Kraft der Stimme   Es gibt Menschen, die ihre Stimme erheben. Und es gibt Menschen, die mit ihrer Stimme Bühnen schaffen, auf denen viele andere zu Wort kommen. In dieser Folge sind wir bei einer Frau zu Gast, die beides macht.

Yasmin Hafedh, besser bekannt als Yasmo – Rapperin, Slam-Poetin, Autorin, Kuratorin und Moderatorin – hat sich als Arbeiterkind ihren Platz in der österreichischen Kulturszene hart erkämpft. Als erste Frau wurde sie beim Amadeus Austrian Music Award in der Kategorie Best Hip-Hop/Urban nominiert. Mit ihrer Band Yasmo und die Klangkantine liefert sie den Soundtrack zur Zeit – irgendwo zwischen Hip-Hop und Jazz, immer gesellschaftskritisch, immer nah dran. In dieser Folge sprechen wir darüber, wie man den Weg als Künstlerin findet, wie man anderen eine Stimme gibt, ohne die eigene zu verlieren, und warum Gemeinschaft stärker ist als Ellenbogen.

Ihr erfahrt:

  • warum es 20 Jahre gedauert hat, bis Yasmo sich Künstlerin nennen konnte
  • wie ihre Arbeit im Poetry Slam sie gelehrt hat: meine Bühne ist deine Bühne
  • wie die Musikszene so tickt
  • warum es mehr weibliche Stimmen und Entscheidungsträgerinnen braucht
  • warum Humor ein Coping-Mechanismus sein kann, um mit politischen Themen umzugehen
  • und warum man immer aufs Bauchgefühl hören und sich nicht unterkriegen lassen sollte

Transkript anzeigen

00:00:06: Mach es, der Karriere und Lifestyle-Podcast von Die Macher

00:00:10: mit Menschen

00:00:11: die bewegen.

00:00:13: Heute als dein Host Melanie Kashofer.

00:00:20: Es gibt Menschen, die ihre Stimme erheben Und es gibt Menschen die mit ihrer Stimme Bühnen schaffen auf denen viele andere zu Wort kommen können.

00:00:29: Ich bin heute bei einer Frau zu Gast, die beides tut.

00:00:32: Yasmine Haffet besser bekannt als Yasmo ist Rapperin, Slam-Poetin, Kuratorin, Autorin und Moderatorin.

00:00:41: Als Arbeiterkind hat sie sich ihren Platz in der österreichischen Kulturszene hart erkämpft.

00:00:47: Als erste Frau wurde sie beim Amadeus Austrian Music Award in der Kategorie Best Hip-Hop Urban nominiert.

00:00:54: Mit ihrer Band Yasmo und die Klangkantine schreibt sie den Soundtrack zur Zeit, irgendwo zwischen Hip Hop und Jazz – immer gesellschaftskritisch, immer nah dran!

00:01:05: Und dann hat sie mit Yasmo & Friends im Theater akzent ein Format geschaffen auf dem kraftvolle Stimmen eine Bühne bekommen.

00:01:12: Queer weiblich und politisch Wie findet man seine eigene Stimme als Mensch und Künstlerin?

00:01:19: Und wie gibt man anderen eine Stimme, ohne die eigene zu verlieren.

00:01:23: Ich freue mich sehr dass ich bei Jasmu in ihrem Büro in Wien zu Gast sein darf!

00:01:29: Bin gespannt auf unser Gespräch.

00:01:31: Vielen Dank fürs Herkommen und vielen Dank für die Einladung in eurem Vodka.

00:01:35: Schön, ich freue mich!

00:01:37: Wir starten gleich... Ich habe Sie schon angekündigt mit einer kurzen Aufwärmbrunde aber da vormal die Frage an dich wie wärmst du dich denn normalerweise vor einem Auftritt auf?

00:01:45: Also wenn ich mit meiner Band spiele, dann stehen wir immer im Kreis vor einem Auftritt und schnipsen im Takt.

00:01:51: Und singen du bist a live on the show!

00:01:54: Und das machen wir dreimal und dann sind wir aufgewärmt und dann kann es losgehen.

00:01:58: Und ansonsten vor Auftritten... Ich habe auch ein Polji-Slam Team mit Mieze mit Usa.

00:02:02: Daum armen wir uns immer vor unseren Auftriten und Summen bis wir quasi harmonisch zusammenpassen.

00:02:08: Das wirkt erstaunlich gut!

00:02:12: Und ansonsten ja einmal durchschütteln, kurz schauen ob ihr alles passt und alle Kabel stecken wo sie stecken sollen.

00:02:18: Dann geht's schon los!

00:02:20: Der Gedankensprung Wir springen kurz von einem zum nächsten Gedanken.

00:02:27: Dann starten wir es auch mit unserer Aufwärmrunde, kurze Satzanfänge und Entscheidungsfragen und einfach aus dem Bauch heraus was dir einfällt.

00:02:34: Bin gespannt.

00:02:35: Ein Kompliment das mich wirklich berührt hat

00:02:38: Dass ich Leute sehe.

00:02:40: Also mir hat jemand gesagt, man fühlt sich nicht nur gesehen von mir sondern ich sehe die Leute auch wirklich.

00:02:47: Das fand ich schön!

00:02:49: Eine Kritik, die mich zuerst wütend gemacht hat aber sich im Nachhinein als wahr herausgestellt hat.

00:02:56: Eine Sache, wo ich immer oder wütend werde.

00:03:00: Wenn ich tief drin weiß, dass sich Sachen aufschiebe und noch nicht gemacht habe, die gemacht gehören und mich weiss dann jemand freundlich darauf hin oder kritisiert, mich aber sehr konstruktiv.

00:03:10: Jasmu magst du nicht das noch machen?

00:03:11: Und da werd' ich dann immer so ein bisschen wie Ja mach doch selber!

00:03:15: Und dann weiß ich eh, dass ich es machen muss.

00:03:17: Vielleicht so... Aber sonst wird mir tatsächlich gar nicht so gleich.

00:03:22: Der Song, den ich nie geschrieben hätte, wenn nicht mutig genug gewesen wäre.

00:03:26: Kein Platz für Zweifel!

00:03:30: Ein Moment auf der Bühne, das ich nie vergessen werde...

00:03:34: Der Letzte.

00:03:35: Es gibt so viele Momente auf der Bühne, aber wir haben jetzt gerade unser neues Album rausgebracht und in der Arena gespielt.

00:03:41: Wir haben sowieso in ganz Österreich und Süddeutschland getourt.

00:03:44: Aber die Arena-Gig war halt schon eine große Gig, auf dem wir uns vorbereitet haben.

00:03:48: Also wir haben uns auf alle Gigs gefreut, das war einfach der größte Gig auf der Tour!

00:03:51: Und es ist Wien, es ist unsere Homebase... Alles muss passen, wir haben ein Jahr lang dafür gearbeitet.

00:03:56: Wir machen ja mittlerweile als Band alles selber.

00:04:01: In der Settlist starten wir mit dem Song Geh man nicht am Arsch und der fängt eigentlich mit meiner Stimme an.

00:04:05: Das heißt ich habe in meinem Innir einen Klick, der mir sagt one two three und auf die four rede ich dann schon ohne dass die Band spielt und das ist so voll der coole Effekt?

00:04:15: ja ja ja Und ich gehe raus auf die Bühne Ich schaue meinen Drama an der quasi dieses klicken Pattern starten soll.

00:04:22: Zeige ihm so, ich hör nix.

00:04:24: Das gibt es doch nicht zu der große Momente!

00:04:26: Wieso zählt mir niemand in meinem Ohr ein?

00:04:28: Und dann war's sehr lustig weil das war halt eine Mikrosekundenentscheidung.

00:04:31: Ich drehe mich mit dem Rücken zum Publikum als erstes währenddem ich auf diese große Bühne gehe und sagt zum Reini, zähl' mir ein und erzählt' mir einen.

00:04:37: und dann haben wir eh gestartet.

00:04:38: aber was war wirklich so'n... Diese kurzen Millisekunden, wo ich mir gedacht hab, das kann doch jetzt nicht!

00:04:46: Das bereitet me im Moment Sorgen.

00:04:48: Die Welt

00:04:50: Was war es genau

00:04:51: daran?

00:04:51: Alles.

00:04:52: Also der Rechtsruck und diese Bewegung, die da irgendwie... also alles wird einfach in Faschistuit und irgendwie weiß ich nicht wer's auffällt und Meinungsmache und generell wie Politik heutzutage kommuniziert und wie wohin das geht.

00:05:10: aber niemand irgendwie.

00:05:11: oder.

00:05:13: Ich hab das Gefühl, es gibt keine gescheite Gegenbewegung, die organisiert genug ist.

00:05:16: Um sich aufzustellen gegen menschenverachtenden Chars.

00:05:20: Das macht mir wirklich Sorgen.

00:05:22: Wenn ich morgen aufwachen würde und niemand würde mich kennen?

00:05:25: Dann würd' ich mir einen guten Tag machen, dann hätte ich wahrscheinlich auch keine Termine, keine E-Mails zu machen.

00:05:29: Dann würde ich mal Café machen, spazieren gehen... Mir eine gute Zeit machen!

00:05:34: Und Menschen beobachten ... Ich beobachte sehr gerne Menschen.

00:05:36: Es klingt super creepy aber es macht Spaß.

00:05:40: Alleine oder im Kollektiv?

00:05:42: Im Kollektif.

00:05:43: Laut, oder leise?

00:05:44: Laut!

00:05:45: Text oder Beat?

00:05:46: Text

00:05:48: und kämpfen oder loslassen.

00:05:49: Beides

00:05:52: Die heutige Folge wird mit dir Wendow.

00:05:54: große Events wie die Fußball-Weitmeisterschaft bieten enormes Potenzial wenn man sie dann richtig nutzt.

00:06:00: Wendor verbindet gedruckte Kommunikation mit digitalen Touchpoints und schafft Kampagnen, die auffallen und wirken Von Mailings bis zu interaktiven Elementen, alles perfekt aufeinander abgestimmt.

00:06:13: So wird aus Aufmerksamkeit echte Willkungen!

00:06:16: Mehr dazu auf www.vendo.at.

00:06:33: Jasmu, du sagst selbst und ich habe es auch in der Anmoderation gesagt, dass du dir einen Platz in der Kultur-Szene sehr hart erkämpft hast.

00:06:39: Gab es denn den einen Moment, in dem du beschlossen hast?

00:06:42: Ich mache das jetzt professionell oder war das eher so ein Prozess?

00:06:46: Es war eher ein Prozess... Also ich traue mich erst seit zwei oder drei Jahren von mir überhaupt nicht bin Künstlerin.

00:06:54: Macht das aber schon zwanzig Jahre!

00:06:56: Also es war eher im Prozess.

00:06:59: Ich hab halt angefangen als Jugendliche bei Poetry Slams aufzutreten Rapmusik für meine Schublade zu schreiben quasi.

00:07:06: Und bin dann immer wieder eingeladen worden zur Veranstaltung, ich bin rumgereist, war dann plötzlich irgendwie ... hab Poetry Slams gewonnen, Meisterschaften gewonnen was mir sehr viele Türen geöffnet hat und dachte aber immer das ist so Ich mach das jetzt mal neben der Schule und dann mache ich das neben dem Studium und dann habe ich irgendwann einen Job und macht es neben dem Job.

00:07:22: also es wird immer so und irgendwie ist es dann immer mehr und mehr geworden.

00:07:27: und hätte ich glaube nicht Mieze Medusa in meinem Leben gehabt, die quasi die Bojis im Szenen Österreich im Grunde genommen mit aufgebaut hat und die halt schon eine selbstständige Künstlerin war.

00:07:40: Also ihre Berufsform war selbstständig und sie hatte Geld damit verdient dass sie Bücher schreibt und dass sie auftritt.

00:07:46: Mir war gar nicht klar, dass das ein Job sein kann quasi!

00:07:50: Und hätte ich glaube ich sie nicht in meinem Leben gehabt weiß ich nicht ob ich mich schon getraut hatte so früh mich also darauf zu vertrauen jetzt Künstlerin zu werden.

00:07:58: aber genau es war irgendwie ein schleichender Prozess.

00:08:01: Ich habe ewig lange gebraucht mich Musikerin zu nennen auch weil weil ich ja eben... Also das ist wirklich dieser Hackler Background.

00:08:09: ich kann kein Instrument bin ich keine Musikerin bei Büchern Büchern waren irgendwie zugänglicher Bücherlesen für mich und in die Bibliothek alles Mögliche ausleihen.

00:08:21: Und mich quasi bilden, also deswegen war es weniger schwierig, mich als Autorin zu bezeichnen als Musikerin und generell dass ich von mir behaupte, Das hat schon gedauert, dass ich das mit so einem... Ich bin es jetzt lang genug.

00:08:34: Also wie soll ich sagen?

00:08:35: Ich habe genügend Steuererklärungen abgegeben dafür, dass gesagt, dass sich mir das leisten kann zu sagen, ich bin künstlerin!

00:08:41: Aber

00:08:42: ja, also es war eher ein Prozess.

00:08:44: Wie lief denn diese Findungsphase dann genau ab?

00:08:46: Wie hast du deine Stimme als Jasmuck gefunden?

00:08:49: Gute

00:08:49: Frage!

00:08:51: Als Poet wie Slammerin habe ich mich als Jugendliche relativ viel ausprobiert was auch gut ist.

00:08:57: Und irgendwie vom Spoken Word zum Geschichten erzählen, zum Kurzgeschichten ein bisschen kommen... Also kommen wir die so ein großes Wort aber halt eher lustig sein oder dann eher verträumt sein?

00:09:08: Da hab ich halt zu den Bühnenrollen ausprobiert und als Yasmo als Rapperin habe ich eigentlich auch relativ viel ausprobieren.

00:09:13: Ich war halt als Yasmoo.

00:09:16: Es ist so eine lustige zeitliche Überschneidung.

00:09:18: Ich hab gleichzeitig mit Rap und Slam angefangen, nur Slam war halt sofort auf der Bühne und sofort in einer Öffentlichkeit.

00:09:24: Und Rap war immer bei einer wöchentlichen Freestyle-Session im Einbohrmöbel wo niemand war außer wir.

00:09:28: also das hat man halt einfach so zum Spaß gemacht.

00:09:31: Und beim Freestyle habe ich mich auch relativ ganz viel ausprobiert und irgendwann habe ich dann glaube ich ja eigentlich nach so... Ja mit zwanzig wahrscheinlich.

00:09:41: Also ich sage jetzt mal plus minus fünf Jahre danach schon gewusst wie Ich klinge oder was ich sagen will, oder wie ich klingen will auch.

00:09:49: Ob es mir immer gelungen ist, das eine andere Frage.

00:09:51: aber man sieht dann halt wenn man sich so...ich war halt voll jung und hungrig und wollte jede Bühne die ich kriegen konnte und mir alles anschauen und alle Kollegen in den anschauen.

00:09:59: Und man sieht schon Leute die genauso hungrigg sind und glauben dass der Weg ist Sachen zu kopieren um dort hinzukommen.

00:10:12: Ich weiß noch, das hat mich schon früher voll gestört und auch geärgert.

00:10:15: Wenn ich mir gedacht habe, das was du zu erzählen hast ist sicher viel interessanter wenn du so erzählst wie du es erzählen würdest oder nicht wie jetzt der zehnte, weil sie nicht Poetry Slaymer machen würde.

00:10:26: Und dieser Weg zu diesem... Man muss schon so klingen und reden und schreiben und performen wie man selber isst.

00:10:31: Das hab' ich glaube ich schon relativ früh verstanden oder ich finde es halt so.

00:10:35: Ich

00:10:37: hab's vorhin schon erwähnt, du warst die erste Frau, die beim Amadeus in der Kategorie Best Hip-Hop Urban nominiert wurde.

00:10:42: Das habe ich schon

00:10:42: wieder vergessen!

00:10:46: Wie fühlt sich das denn an, weil man da wirklich die Erste ist?

00:10:48: Ist es stolz?

00:10:49: Ist das Druck?

00:10:49: Ist dass beides?

00:10:50: Es ist Ärger darüber, dass das so lange gedauert hat.

00:10:53: Also das ist wirklich in erster Linie!

00:10:56: Es war schon cool... Ich habe ein paar Sachen, die so die ersten Sachen sind.

00:11:00: Die erste Österreicherin, die eine deutschsprachige Poetry-Slammeisterschaft gewonnen hat.

00:11:03: Ich war die erste Frau, die die österreichische Poetryslammeisterschaft gewonnen haben.

00:11:07: Ich wäre die erste Frauen, die für Hip Hop nominiert oder gewesen ist.

00:11:09: und was eine bodenlose Freche hat.

00:11:11: Weil das war zu tausend... Keine Ahnung wo das war.

00:11:15: Wann wird es gewesen sein?

00:11:17: Keine Ahnung, achtzehn.

00:11:18: Ich glaub mit dem ersten klankentierenden Album oder neunzehnt.

00:11:22: Aber was soll denn das?

00:11:26: Also Druck macht mir sowas irgendwie gar nicht.

00:11:28: Das ist natürlich schön zu sehen wenn man gesehen wird aber ich finde auch immer ein guter Hebel zu sagen Welches Jahr schreiben wir jetzt, wo stehen wir jetzt?

00:11:37: Also das ist so ein bisschen... Was aber schönes muss ich dem Amadeus zumindest zugutehalten.

00:11:41: Seitdem ist Uhr viel weitergegangen.

00:11:42: also jetzt sind immer wieder mehr flinter Personen auch nominiert.

00:11:47: kriegen tut es halt Rav Camore in der Hip-Hop Kategorie, aber das ist okay.

00:11:51: Aber es sind schon Bemühungen da den Blick breiter aufzustellen, was schön ist und was man noch viel besser machen kann.

00:12:00: Ja du setzt dich ja sehr einfach eine gleichberechtigte Gesellschaft in deinen Texten.

00:12:04: Was bedeutet denn für dich Gleichberechtigung?

00:12:06: konkret jenseits von einem Buzzword?

00:12:10: Gleichberechigung bedeutet dass wir uns alle gegenseitig so respektieren das wir von einem Entitementgedanken, also von einem Gefühl, einem Gedanken, einem auch antrainierten sozialisierten Blickwinkel der das sagt mir stehen Sachen zu weg geht.

00:12:30: Es steht niemandem irgendwas zu.

00:12:33: und Wenn man jetzt quasi die eine Gruppe hat, die so sozialisiert ist, dass ihnen alles zusteht und dass sie die Chefs sind.

00:12:40: Und deswegen kriegen Sie die höhere Gage und deswegen kriegen sie die bessere Position einfach nur weil sie mit Mittelmäßigkeit aber mit einem Selbstbewusstsein daherkommen, wo du denkst, oh, der Ort!

00:12:49: Da wird ja wahrscheinlich was dahinter sein.

00:12:50: Und die andere sozialisierte Gruppe so heißt, dass sie sich immer zurücknehmen muss und immer Rücksicht nehmen muss.

00:12:56: Dass sie Raum geben muss.

00:12:57: Wurscht jetzt ob im Bus wo irgendwer man spreadet oder einfach im gesellschaftlichen Leben am Abendessen-Tisch?

00:13:05: Wenn man das so ein bisschen irgendwie glätten könnte, dass einfach dieses Welt... Ich glaube wirklich die Wurzel allen Übels ist Entitlement.

00:13:13: Also dieses Gefühl von mir stehen Sachen zu.

00:13:15: Niemandem steht irgendwas zu.

00:13:16: Nein!

00:13:17: Mangelnder Respekt und Hierarchie.

00:13:22: In Hierarchien geht es ja immer darum um, dass jemand überlegen ist.

00:13:25: Und dieser Pseudo-Gedanke von Überlegenheit ... ich verstehe schon, dass sich irgendwann wenn man weiß ich nicht Mammutsjagen geht, dass das dann schon wichtig ist.

00:13:34: Dass da fünf Leute körperlich die Mammut überlegen sind und so... Also ich verstehe das schon aber wir sind halt im einundzwanzigsten Jahrhundert.

00:13:42: und dieses Überlegenheit, Unterlegenheit wäre es der stärkere, diese ganzen Sachen, die hören weg und dann glaube ich wär's auch viel friedlicher und viel respektvoller genau.

00:13:54: Was muss sich denn deiner Meinung nach da auch in der Musikbranche noch ändern?

00:13:57: Du hast schon ein bisschen angesprochen

00:14:01: Also in der Musikbranche.

00:14:02: Mehr flinter Personen in Führungspositionen, aber auch ich finde es immer... also wie soll ich sagen oder vielleicht ist das jetzt gerade mein Alter, dass ich komme?

00:14:12: Aber ich find' es immer dann mehr Frauen oder flinter-personen Inführungspositionen ausgewogenere Lineups, diverser Roaster wenn du entlabelt bist.

00:14:25: Hebel oder diese ganzen Firmen, die quasi dafür sorgen dass es eine Musikszene gibt.

00:14:29: Es ist ja auch ein wirtschaftlicher Markt der muss einfach breite und diverser hergestellt werden.

00:14:33: Das kann ja auch nicht sein das man sagt ja die böse Wirtschaftsfirma hat nur männliche CEOs und böseböse Wirtschaft, aber die Musik ist ja total in Ordnung.

00:14:43: Und wir sind ja alles so weltoffen!

00:14:46: Deswegen laden wir wieder eine Frau als Headlinerin für ein Festival.

00:14:50: Also das geht sich nicht aus, es ist einfach ein riesengroßer Widerspruch... Die Leute, die an Hebel sitzen hier müssen das halt mitdenken – umgekehrt, das ist aber so.

00:14:59: Sobald flinte Personen an Hebellen sitzen, denken sie das ja eh mit, weil ich weiß nicht wie viele Kämpfe die führen mussten damit die überhaupt in diese Position kommen.

00:15:07: Das heißt, man kann auch erwarten von Menschen die an Hebel sitzen und die jetzt sage ich mal mehr Privilegien haben.

00:15:14: Dass sie auch ihre Arbeit machen und auch ihre Research machen.

00:15:17: Und also ich kann mich so gut erinnern beim Popfest habe ich mit dem Irelukovic korrektiert und wir haben am Anfang überhaupt nicht über Quoten geredet oder über Wir brauchen so viele flinte Personen oder das war überhaupt kein Thema.

00:15:30: Die Herangehensweise war die Mire, schreibt man für sich eine Liste wen sie gerne am Popfest sehen würde.

00:15:35: Ich schreibe für mich eine Leste.

00:15:36: dann treffen wir uns und schauen was gibt's über Schneidungen wo geht es hin?

00:15:39: Und dann reden wieder rüber!

00:15:41: Dann haben wir uhr viele Einsendungen auch noch bekommen die wir uns angehört haben.

00:15:45: aber von dieser ersten Liste Da war ziemlich viel Deckungsgleich, Gott sei Dank.

00:15:50: Aber das war halt... Ich glaube wir haben dann einen siebzig-prozentigen Flinteranteil oder so gehabt aber wir haben nicht danach gesucht.

00:15:55: also wir waren jetzt nicht so.

00:15:56: uuuh!

00:15:56: Wir müssen weil wir zwei sind Feministinnen deswegen müssen wir da als Frauen auf die Völlige Bullshit haben einfach eine breitere Perspektive und mehr Interesse an Unterschiedlichkeit gehabt Und es hat zu gut auf den Punkt gebracht wenn du selber quasi diese Wege gehen musst um für Sichtbarkeit kämpfen muss Dann schaust Du auch mehr auf die anderen die gerade auch um ihre Sichtbarigkeit kämpfen.

00:16:18: Also entweder man gibt Mira und Mia alle Chefpositionen oder wenn man in so einer Chefposition ist dann... macht man den Blickwinkel weiter, aber das ist ganz oft in der Musik-Szene halt einfach Freundelwirtschaft.

00:16:28: Es ist eh überall Freundel Wirtschaft!

00:16:30: Das ist eh Hey Homie und na mein Freund Der Sohn so nah, der macht er da so... Verstehe ich auch zu einem gewissen Grad dass es in so Mikrocosmen zu kleineren Communities gibt die sich dann gegenseitig irgendwie Sachen zuschanzen?

00:16:45: Ist auch okay zu einem Gewissen grad.

00:16:46: Aber man muss glaube schon Sich bei der Nase nehmen wenn man Verantwortung hat Wenn man an Hebeln sitzt, wenn man an Ressourcen sitzt, weil man an Geld sitzt dann ja.

00:16:55: Lange Ausführung, schuldigung!

00:16:58: Was ich da auch raushöre ist dass dir die Gemeinschaft sehr wichtig ist.

00:17:01: mit anderen Künstlerinnen und Künstlern.

00:17:03: wie schafft man denn so eine Gemeinsschaft gerade in einer Branche wo du auch gesagt hast das da vielleicht Einzelgänger unterwegs sind?

00:17:09: Es ist urlustig... und Rap angefangen.

00:17:13: Und Rap war immer im Hinterzimmer bei der Freestyle-Session, aber da waren wir in einer kleinen Community.

00:17:17: Bei Poetry Slam war es genauso.

00:17:19: Da haben Mieze und Markus Krülle sehr dafür auch gearbeitet, dass das so was wie eine Community gibt oder ja, dass wir lernen.

00:17:27: Das würde ich so machen... Ich kann selber in Slam veranstalten, wenn ich möchte.

00:17:32: Also jeder kann selber was machen, jeder kann etwas beitragen, jeder kan einander helfen.

00:17:37: und wenn man sich als Subkultur versteht dann ist es klug eine Gemeinschaft zu gründen weil man sitzt im selben Boot und kämpft quasi gegen die da oben.

00:17:47: also das ist so das Narrativ dass man sich erzählen kann und das sind ja Subkulturen.

00:17:52: Und dann bin ich in die Musikszene so reingewachsen, dass ich mich professionalisiert habe.

00:17:56: Dass ich einen Label hatte und die Band gegründet hab.

00:18:01: Ich bin immer mit diesem Selbstverständnis reingegangen.

00:18:04: Wenn ich eine Anfrage kriege für Veranstaltungen und ich kann da nicht, weil ich schon verbucht bin, antworte ich und sage vielen Dank für die Anfrage.

00:18:10: Ich kann das leider nicht.

00:18:10: aber ich kann vorschlagen ABC und empfehle halt KollegInnen.

00:18:14: Das ist ganz selbstverständlich bei mir!

00:18:16: und kommen dann in diese Musikszene, wo sie alle mit Eddebogen herumlaufen.

00:18:19: Und alle glauben, Sie wären jetzt der nächste große Star und dachten mir ... Aha!

00:18:22: Das ist ja anders.

00:18:23: Okay, genau als Sie.

00:18:25: Ich hab halt den Stur mein Mindset trotzdem weiter durchgeboxt auch in die Musik-Szene.

00:18:30: Aber es ist schon anders wahrscheinlich auch weil sich die Musikszenen nicht zu ganz als Subkultur versteht und weil halt auch finanzielle Interessen dahinter sind.

00:18:38: also sobald irgendwie mehr Kohle ins Spiel kommt werden alle immer wildeppert.

00:18:44: Du hast dir dann mit Yasmo und Friends ein sehr kraftvolles Format geschaffen, wo auch wirklich diese Stimmen eine Stimme bekommen.

00:18:52: Was war denn der Impuls dieses Formats zu starten?

00:18:55: Und was bedeutet es dir nicht nur Künstlerin zu sein sondern auch Kuratorin?

00:18:59: Für mich ist es alles so eine ganze Wurst, die da irgendwie auch zusammen gehört.

00:19:06: Also der Jasmund Friends-Abend war wirklich eine schöne Sache, dass wir das angefangen haben und dass wir jetzt eh schon den dritten Termin für im Jahr zwanzig draußen haben.

00:19:16: Das war in Kooperation mit Mover.

00:19:19: Ich glaube bei Mover wäre ich auch aktiver wenn ich die Zeit hätte.

00:19:21: Mover ist ein ehrenamtlicher Verein, der steht für Musik für alle Frauen, die in der Musikwirtschaft gearbeitet haben als PR, als Management.

00:19:33: Die auch bei Mages waren und ist quasi ein Symbol oder halt ein Verein um flinte Personen sichtbar zu machen, um ihnen Austauschräume zu geben, dass sie sich vernetzen können, dass Sie fragen können... weil es das leider auch immer noch braucht.

00:19:53: Und mit Mover haben wir dann quasi, mit der Tina Rupprecht davon, haben wir dieses Konzept irgendwie entworfen, dass wir einfach einen Abend machen wo wir eben Mover-Artists einladen.

00:20:04: Also Mover hat ein Mentoring-Programm jedes Jahr da gibt's eine Mentorin und Mentie und dass man da vielleicht auf die Bühne bringen könnte zum Beispiel Mentorinnen und Menties irgendwie gemeinsam was machen auf der Bühne oder so.

00:20:16: Dass es jetzt nicht ein Incentiv gibt, aber auch wo man sieht, was diese Arbeit überhaupt schaffen kann.

00:20:24: Also Mentorship ist urwichtig!

00:20:26: Vor allem wenn man gerade anfängt und keine Ahnung hat, was die AKM sind?

00:20:30: Was sind diese Sachen?

00:20:31: Der hundertbürokratischen Kram mit dem man sich als Musikerin auseinandersetzen muss von dem man keine Ahnung hat?

00:20:38: zu Recht auch... Und das war mir so die Grundidee.

00:20:42: und dann habe ich gemeint, es wäre irgendwie cool alles zu vermischen.

00:20:46: Also dass man wirklich etablierte große Namen hernimmt, junge Artists, die gerade noch niemand kennt, dass man nicht nur Musik nimmt sondern auch Kabarett oder Literatur, dass wir das alles ein bisschen vermodscht können weil... Also es klingt jetzt irgendwie abwertend, so meine ich das gar nicht.

00:21:02: Aber also ich fand immer schon viel Schichtigkeit und Diversität finde ich halt einfach viel interessanter.

00:21:08: Und genau!

00:21:09: Und so haben wir das dann gesponnen.

00:21:10: und jetzt gibt's dann bald ja nächstes Jahr die dritte Episode und ich freue mich sehr darauf.

00:21:15: Das macht total Spaß, Leuten Bühnen zu geben.

00:21:17: Ich bin wirklich so sozialisiert und aufgewachsen dass man ... Meine Bühne ist deine Büh ne?

00:21:22: Weil wir kommen alle viel weiter wenn wir teilen.

00:21:25: Alleine... kämpfen eh auch okay, aber wenn wir gegenseitig uns stützen dann sind wir so viel stärker.

00:21:31: Das ist eine einfache Rechnung für mich und deswegen macht mir extrem viel Spaß das zu machen.

00:21:38: Und tolle Pünzlerinnen trinken da immer auf!

00:21:41: Du hast schon das letzte Album oder das neueste Album erwähnt mit Jasmund die Klangkantine Augen auf und durch?

00:21:47: Sehr kämpferischer Titel,

00:21:49: oder?!

00:21:50: Was musstest du denn so in den letzten Jahren durchstehen um heute sagen zu können Augen auf

00:21:56: Mir geht es eigentlich gut.

00:22:00: Ich bin schon sehr privilegiert, das ist mir auch klar, ich lebe in einem Land wo ich meine Meinung äußern darf und wo ich von Kunst leben kann.

00:22:07: Ich sehe mich schon sehr privilegiert.

00:22:12: Ich habe, glaube ich in den letzten Jahren ... Die Pandemie war ja auch mal da und ist Gott sei Dank wieder weggegangen.

00:22:20: Aber auch da hab' ich zum Beispiel eine lustige Erkenntnis gehabt.

00:22:25: Mir haben ganz oft Leute gesagt, Jasmin du musst dich auf eins konzentrieren!

00:22:28: Du kannst nicht poetry-slam und Musik machen oder moderieren oder korrigieren... Und ich habe mir immer gedacht, doch!

00:22:35: Ich will aber... Also... Und dann kam die Pandemie und plötzlich waren alle Live-Musikern natürlich im Oarsch.

00:22:41: Weil geht nicht.

00:22:42: Plötzlich waren also die verschiedensten Leute, die mir immer gesagt haben – und ich meine es jetzt nicht als Pattiness, das hat mir eh leid getan – aber die mir mal gesagt haben, ich muss mich auf eins konzentrieren, sonst kann ich nichts gescheit machen.

00:22:53: Und ich mir mir gedacht hab, äh... Plötzlich hatten….

00:22:56: da waren die halt alle ... Es waren nicht fähig, quasi ihre Arbeit nachzugehen.

00:23:02: Und ich war aber so breit aufgestellt, dass ich trotzdem arbeiten konnte.

00:23:05: Also ich konnte halt dann Schreibworkshops online geben meine Dwingen und nicht im echten Leben.

00:23:08: Aber es war trotzdem eine Form von Arbeit die ich machen konnte oder Ich habe dann erst Montag damals gemacht zu jedem Montags seine Interview Reihe mit Künstlerinnen und auch um ein bisschen selbst sane zu bleiben und nicht durchzudrehen.

00:23:22: Aber es gab halt dann irgendwie trotzdem so Stellschrauben an denen ich meine Arbeit nachgehen konnte, da war ich extrem glücklich und dachte mir aber auch wieder nein das ist gut dass ich so breit aufgestellt bin.

00:23:31: Genau das war ja die gute Pandemie mussten wir alle erleben.

00:23:35: Ansonsten... Wir haben uns als Band ein bisschen emanzipiert sage ich mal.

00:23:43: also wir hatten Nach der Pandemie hat dann unsere Booking-Agentur Betrieb eingestellt und wir haben dann entschieden, wir machen jetzt das Booking selber.

00:23:54: Wir haben davor ja eigentlich auch schon alles selber gemacht – die Mugge!

00:23:56: Wir haben schon den Label, dass uns begleitet aber keine Ahnung wie wir uns präsentieren.

00:24:02: Presse.

00:24:02: Texte schreiben wir selber basically in Kooperation mit dem Label.

00:24:05: Aber es ist schon….

00:24:06: also wir waren schon sehr hands on.

00:24:08: Dann hat die Booking Agentur zugemacht, dann haben wir gesagt okay, passt?

00:24:11: Es haben sich ein paar Bookging Agenturen bei uns gemeldet.

00:24:13: Also es war schon klar Ink dreht den Booking-Ermel zu und es werden Booking Agenturen kommen, die was von uns wollen.

00:24:19: Na ja das machen wir jetzt, probieren wir's mal selber!

00:24:21: Und wenn nicht dann können wir immer noch zu einer Agentur gehen.

00:24:24: Jetzt buchen wir uns seit Jahrzehntausend zweiundzwanzig selbst.

00:24:27: Es funktioniert extrem gut.

00:24:29: weil das war zum Beispiel so.

00:24:30: meine Sorge dass ich mir gedacht hätte Ja aber es ist eben oft... Der Schmähbooking-Argenturen, Festival A ruft an und sagt ich möchte Act XY.

00:24:38: Und der Booker sagt ja passt!

00:24:39: Ich habe auch noch Act ABC dabei, mags die nicht auch noch nehmen?

00:24:42: Es ist halt schon super verwochen und das haben wir halt nicht aber es hat kein Problem gegeben deswegen.

00:24:47: Ja genau, ich glaube das waren so die größten Sachen...

00:24:51: Das ist gerade schon angesprochen.

00:24:53: Du sprichst über Klasse, du sprichest über fehlende Chancengleichheit auch in deinen Texten?

00:24:57: Was würdest du denn jetzt jemandem sagen, der ohne Netzwerk oder finanzielle Absicherung und die richtigen Kontakte einen künstlerischen Weg einschlagen will?

00:25:05: Geh überall hin!

00:25:06: Geht den Leuten was ziefst auf die Nerven.

00:25:08: Seid ihr nicht zu gut für irgendwas?

00:25:11: Schämlich nicht.

00:25:11: es gibt keine dummen Fragen, es gibt nur dumme Antworten.

00:25:14: Und bleib stur.

00:25:15: das sind so die Tipps die ich weitergeben kann.

00:25:17: also wirklich Die Leute, die das wirklich wollen... Es wäre natürlich cool wenn alle von Anfang an gleich eine coole Bühne kriegen oder so.

00:25:25: Aber auch jedes Angebot nutzen gibt Workshops, die gratis sind.

00:25:29: Es gibt Mover diesen Verein zum Beispiel mit diesem Mentorinenship.

00:25:32: es gibt Jugendzentren, es gibt Bühnen.

00:25:36: man muss dann irgendwie halt lernen wie man sie ... für sich nutzen kann oder für seinen Weg nutzen kann, aber ja lästig sein.

00:25:44: Also wirklich lästigs sein!

00:25:45: Weil es ist auch ganz oft so... Ich mach das manchmal, ich nenne das Mika-Spielen.

00:25:51: Also Mika ist das... Falls hier jemand zuhört und die Musikerin werden möchte, Mika Music Information Center Ausschere.

00:25:58: Es ist eine Superinstitutionen, die geben Workshops, die auch gratis sind, die informieren dich, die gibt mir auch kostenfreie Rechtsberatung wenn's drauf ankommt.

00:26:05: Also ein toller Service.

00:26:09: Ich nenn es deswegen Mika spielen, weil manchmal schreiben mich halt junge Künstlerinnen an und wollen mit mir auf ein Café gehen.

00:26:14: Und mir Fragen stellen und so.

00:26:15: Und ich mache das voll gerne!

00:26:16: Wenn ich Zeit habe, mach' ich das wirklich gern, wenn ich denke... Ja oder ich bin diesen ganzen Weg schon gegangen, wenn ihr irgendwie einen Schritt abnehmen könnt, bitte let me help you.

00:26:26: Da merke ich ganz oft dass die Jungen die wollen unbedingt Sie trauen sich aber manchmal nicht, weil sie niemandem zu Last fallen wollen.

00:26:34: Also sie wollen niemanden nerven und nicht irgendwie ungut sein oder so.

00:26:38: Und dann sage ich immer doch genau das musst du sein!

00:26:41: Weil das Ding ist wenn jetzt irgendein, weiß ich nicht, Radio-Redakteur kriegt fünfhunderttausend Mails Fünfzigmal schreibst, dann fällt es dem irgendwann auf.

00:26:50: Und dann schaut er sich das vielleicht doch an und nur ... Sei's nur damit der seine Ruhe hat von dir.

00:26:56: Aber das ist schon ein Weg, den man gehen muss.

00:26:59: Ich versteh das auch aus dieser jüngeren Perspektive, wenn man, weiß ich nicht, Teenager Anfang zwanzig ist, dass man denkt, nein, ich gehe denn dann auf die Nerven oder Nein, ich will nicht ungut auffallen oder so.

00:27:12: In dem Alter weiss man noch nicht, dass niemand... sich mit dem anderen so sehr beschäftigt wie mit sich selbst.

00:27:17: Also man muss sich ernst nehmen, aber man braucht sich nicht zu wichtig, glaub ich.

00:27:25: Deine Texte verbinden Humor auch mit politischer Haltung?

00:27:29: Wie schaffst du dann diese Balance gerade bei Themen die schwierig sind?

00:27:33: Ich glaube es ist ein Coping von mir!

00:27:36: Also Humor ist auf jeden Fall eine Art, um mit Sachen zu kopen.

00:27:40: bei mir und ich glaube deswegen fällt es mir relativ leicht.

00:27:43: Ich habe mich immer schon für Politik interessiert.

00:27:45: Ich hab aber auch immer ... also ich hab als Jugendliche verstanden okay das sind jetzt Transparenze mit Parolen drauf und das ist eh cool, ich versteh den Sinn dahinter Also warum man Parolen braucht.

00:27:56: Aber ich wollte immer mehr in die Gematterie gehen und mehr zum Kern, warum jetzt die Verhältnisse so sind?

00:28:00: Warum das und das kritisiert werden muss oder wo das herkommt Zusammenhängestrukturen bla bla.

00:28:07: Und genau deswegen schaue ich dass ich mich auch über Themen über die ich rappe oder über die Ich schreibe mich auch wirklich aus kennen und nicht dass ich da jetzt nur ein bisschen oberflächlich sage.

00:28:19: Und je mehr man sich dann halt reinarbeitet desto... Zacher wird's eigentlich.

00:28:23: und dann brauch ich Humor, weil sonst geht es gar nicht.

00:28:26: Gibt's denn auch Momente in denen du dann zweifelst oder wo du vielleicht die Lust am Schaffen oder den Spaß am Schaff ein bisschen verlierst?

00:28:33: Und wie findest du das wieder?

00:28:35: Das hab' ich auch gelernt!

00:28:36: Ich vergesse es regelmäßig... ...ich geb Schreibworkshops da gebe ich immer diese Tipps und dann ignoriere ich meine eigenen Ratschläge was auch nicht das Beste ist.

00:28:43: aber sicher gibt´ts das und es gibt auch Zeiten wo überhaupt nix einfällt oder wo man da sitzt und sich denkt Alter was schreibe ich dafür?

00:28:50: Schaars.

00:28:52: Und da muss ich dann immer so ein bisschen unterscheiden zwischen der Künstlerin Jasmo, die da jetzt gerade eine Existenzkrise hat weil sie sich nicht gut ausdrücken kann und der Reim ist urschlecht und überhaupt interessiert doch eh niemanden.

00:29:04: und oh Gott was mache ich da?

00:29:06: Zwischen, weiß ich nicht, der Workshop-Leiterin Yasmin oder so, die denn sagt schreib einfach also... einfach los schreiben.

00:29:13: Und wenn nichts dabei ist, dann hast du vielleicht eine halbe Stunde quasi verloren und wirfst den Zettel danach weg aber schreib einfach.

00:29:20: Also ich weiß das schon, aber manchmal fällt es mir da schwer zu differenzieren.

00:29:23: also das sind Sachen die sage ich jungen Leuten in Workshops mit einer Überzeugung und auch mit einer Erfahrung und ich weiß ja dass das stimmt was sich das sagt aber selbst umsetzen kann ich's auch nicht immer.

00:29:35: Aber ja es gibt schon Phasen wo es halt irgendwie... Ich glaube Wo ich mich frag, was hab' ich eigentlich noch zu sagen?

00:29:43: Also und dann da irgendwie die Stimme wieder neu finden.

00:29:46: Weil natürlich habe ich andere Themen und andere Sorgen mit ... ... zwanzig als mit dreißig... also nicht, ich will schon noch mit sechzig rappen auch noch!

00:29:55: Aber quasi dann vielleicht über neue Hüften rappen oder so.

00:30:00: Aber es ist denn so.

00:30:00: die Frage, habe ich noch etwas zu

00:30:02: sagen?!

00:30:02: Das ist glaube ich eher die Frage die ich mir stelle und offensichtlich ja.

00:30:07: Also ich werde auch nie aufhören zu schreiben und ich glaube, dass Menschen immer was zu sagen haben.

00:30:12: Man muss es halt dann immer wieder finden weil das ist auch wenn man so lange auf Bühnen steht, ist es auch irgendwie ein sich selbst immer wieder neu finden.

00:30:18: Weil die Bühnernrolle ist ja extrem nah mit dir verhaftet aber die Buhnern Rolle ist nicht hundert Prozent.

00:30:23: du also die Bähnenrolle ist ein Teil von dir aber du bist noch viel mehr.

00:30:29: Natürlich war die Bühnenrolle mit der anderen als jetzt.

00:30:32: Jetzt kann ich nicht da herkommen und sagen, ich bin total aufgeregt!

00:30:35: Es wird mir auch niemand abkaufen.

00:30:37: Ich würde dich gerne noch auf ein Szenario mitnehmen.

00:30:40: Stell dir vor du bekommst das Angebot einen Jahr lang ein riesiges Budget zur Verfügung zu haben aber mit einer Bedingung.

00:30:46: So darf es in diesem Jahr nichts für dich selbst machen keine eigenen Songs oder Auftritte.

00:30:51: Du musst das ganze Jahr nur andere Künstlerinnen und Künstlern fördern.

00:30:56: Würdest

00:30:56: du das Angebot annehmen?

00:30:57: Sofort!

00:30:57: Und wenn ja, wem würdest du eine Chance geben.

00:31:01: Haben wir schon über Budget gesprochen über den Budgetrahmen?

00:31:04: Also ich kriege Ufie im Budget.

00:31:05: Ein riesiges Budget.

00:31:06: Okay geil.

00:31:07: Ja okay.

00:31:08: Oh das wäre der Traum und kann nur das Budget möglich machen.

00:31:12: Naja also wenn das Budget quasi unendlich groß ist weil da muss man dann rechnen anfangen würde ich natürlich schauen dass sich einfach Kulturinitiativen fördere und dass ich sie aber, also das sich zum Beispiel die kleineren Kulturinitiative, die eh meistens voll am Haseln sind.

00:31:28: Die alles ehrenamtlich machen, die unterfördert sind, dass ich die immer ein bisschen aufpolster und ein bissel aufbutte damit auch mal erstens was wir ihre Arbeit sehen, aber auch noch quasi andere Strukturen bauen können dann wird ich wahrscheinlich irgendwie eine Jugendbildungskooperationsschiene machen wo man halt quasi auch irgendwie Keine Ahnung, vielleicht lässt sich der Bildungsminister ja briben.

00:31:52: Aber irgendwie schauen das man auch in den Unterricht oder in den Alltag von Jugendlichen mehr Kultur reinbringt also nicht nur die Zugänglichkeit spricht.

00:32:00: dann müsste ich auch wieder die Häuser fördern damit die freien Eintritt machen können.

00:32:03: okay aber ich habe hier umgegrenzt Budget würde ich die ganzen Häuserförder damit die Freien eintritt kriegen können und dann wird ich wahrscheinlich noch so Förderinstitutionen Sachen, die es eh schon gibt.

00:32:19: Die würde ich auch nochmal unterfüttern mit gewissen... Also da würde ich mir dann glaube ich so verschiedene Förderinstrumente anschauen und deren Bedingungen anschauen Und die vielleicht noch ein bisschen breiter machen, dass sich mehr Leute bewerben können und das mehr in die Breite gefördert werden kann.

00:32:33: weil Ich glaub schon, wenn jetzt das eine Haus eine Million Euro kriegt Tausend Euro für ein Jahr, dann ist es ein Unterschied.

00:32:44: Klar hat das Haus Mitarbeiter in den Kosten und was weiß ich?

00:32:47: Also ja die haben mehr Kosten hier sind größer.

00:32:49: aber der mit den tausend euro Förderung für einen Jahr Der kann ja gar nicht versuchen in die Richtung überhaupt etwas zu planen.

00:32:55: wenn wir tausende Euro kannst du zwei Veranstaltungen machen Und dann ist auch schon wieder fertig.

00:32:58: also Genau Ja irgendwie so die kleinen und mittelmittel großen Kulturinstitutionen würde ich mal wirklich unter futtern als würde ich ihn noch machen.

00:33:10: Kultur für alle.

00:33:11: Einfach Kultur, für alle Farber erlebbar machen und irgendwie mir ein gutes Anwaltsteam oder Jurist in den Suchen die da irgendwie Gesetzesvorschläge machen können damit man das auch institutionalisieren kann dass Kultur für Alle für immer ist und das eigentlich in Zukunft alles in die Kultur gesteckt wird.

00:33:31: Ja Und ich würde schon... Ich würde Förderbedingungen wirklich schon machen.

00:33:38: Also wenn ich das entscheiden darf, würde ich schon auch so ein bisschen koppeln dass man, dass man Programme vielseitiger gestalten muss.

00:33:45: Nämlich auch generationentechnisch-vielseitig, herkunftstechnischsoziökonomische Herkunft aber auch generell herkünftestechnisch Vielseitige weil es total interessant ist.

00:33:55: also es ist irgendwie keine Ahnung.

00:33:56: Das stelle ich mir jetzt sofort.

00:33:58: Es wird dann so ausschauen, dass ich weiß nicht in der Staatsoper einen U-twanzig Poetry Slam stattfindet und Oder eben nicht nur um zwanzig, nein eigentlich ein gemischter Poesie-Sleim wo die jüngste Person vielleicht vierzehn ist und die älteste siebzig.

00:34:12: Und es wird dann so ausschauen dass man ja das mal alles gut durchmischt und Platz gibt weil ich glaube dass das die Leute interessiert.

00:34:21: also ich glaub wirklich dass die leute auch sich davon inspirieren lassen.

00:34:24: und Ja cool wann können wir das machen?

00:34:31: Ich habe leider nicht die richtigen Häfen Es war leider nur ein Das-werde-Wenn-Szenario.

00:34:36: Aber schön ist, oder?

00:34:37: Als

00:34:37: jemand zuhört und das lange kann!

00:34:43: Zum Abschluss habe ich noch die Frage nach einem Tipp.

00:34:52: Und zwar du machst so vielen Menschen Mut ihre Stimme zu erheben.

00:34:55: Was ist dein wichtigster Tipp für jemanden der gerade überlegt ob er den Mund aufmachen soll sei es künstlerisch politisch persönlich?

00:35:02: wie macht man es einfach?

00:35:04: Ich glaube, aufs Bauchgefühl hören ist eine klassische gute alte Regel, die ich wirklich empfehlen kann.

00:35:10: Und wenn man sich fragt ob man jetzt den Mund aufmachen will oder nicht, dann sollte man es machen und nicht sich unterkriegen lassen und nicht durcheinanderbringen lassen.

00:35:24: Einfach ja wirklich auf das Bauch gefühlt hören.

00:35:27: Klar hat man manchmal Angst, dass man was Falsches sagt oder sich in eine blöde Situation begibt.

00:35:34: Aber ... Man darf schon auf sich vertrauen und den Bauchgefühl vertrauen.

00:35:38: Ich glaub ja tatsächlich, es gibt eh auch wissenschaftliche Studien dazu, aber das Mikromilisekunden im Hirn schießt die ganze Zeit Staff herum.

00:35:48: Und das, was wir Bauch-Gefühlen nennen eigentlich nur irgendeine gute Berechnung vom Hirn ist, geht so schnell, dass wir das nicht wahrnehmen können?

00:35:56: Und genau.

00:35:58: Ja.

00:35:59: Liebe Yasmo, vielen lieben Dank für die spannenden Einblicke und ich wünsche dir alles Gute für alle Projekte, die du noch geplant hast.

00:36:05: Vielen

00:36:07: Dank!

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